Tipps & Tricks
 
Beim Stempeln gibt es verschiedene Techniken, mit denen interessante Effekte erzielt werden können.

Die wichtigsten sind:

 
Maskiertechnik
3-D-Technik
Schattiertechnik
Bewegungstechnik
Hintergrundtechniken
Kreidetechnik
Wasserfarbentechnik
Schwammtechnik
Aquarell- oder Wasservermalbare Stifte
Grundausstattung für den Stempelneuling
 

 

 

Maskieren

Die Maskiertechnik ermöglicht es Euch, Euren Bildern Tiefe zu verleihen oder z.B. aus einem Baum einen ganzen Wald zu stempeln. Dazu müßt Ihr Euch zunächst einmal darüber im Klaren sein, wie das Gesamtbild aussehen soll, d.h. welches Motiv in den Vordergrund und welches in den Hintergrund soll.

  1. Das Vordergrundmotiv stempelt Ihr als erstes auf Eure richtige Karte.
  2. Stempelt dieses Motiv nochmal auf ein Schmierblatt und schneidet es aus.
  3. Legt nun das ausgeschnittene Motiv genau auf das Aufgestempelte Motiv.
  4. Jetzt könnt Ihr das Hintergrundmotiv versetzt auf das abgedeckte Vordergrundmotiv stempeln.

Nehmt das Schmierblatt weg und schon habt Ihr auf Eurer Karte den Eindruck von Vorder- und Hintergrund.

 

 

3-D-Technik

Ein Gerät aus Kunststoff, das aus einem kleinen Blasebalg und einer Halterung, in die man Filzstifte einspannt, besteht. Mit dem Blizzer kann man je nach Art des Filzstiftes unterschiedliche feine oder grobe Sprenkelungen erzielen, die sich als Hintergrund für Karten eignen.

 

 

Schattentechnik

Einen originellen und sehr lebendigen Effekt könnt Ihr erzielen, wenn Ihr Euren Motiven einen Schatten malt! Das geht ganz einfach:

  1. Stempelt Euer Motiv auf Eure Karte. Nehmt dann einen hellgrauen Filzstift und zeichnet am Motivrand entlang einen schmalen Streifen. Ihr dürft natürlich nicht um das ganze Motiv zeichnen, denn ein Schatten fällt ja meist nur zu einer Seite!
  2. Ebenfalls könnt Ihr einen Schatten darstellen, indem Ihr Euer Motiv erst auf Eure Karte und dann auf ein Schmierblatt stempelt. Schneidet das Motiv innen aus dem Schmierblatt heraus. Legt es dann verkehrtherum unter das Motiv und tupft mit einem Schwamm etwas Stempelfarbe über die Schablone. Ein sog. verkürzter Schatten wird dargestellt, indem Ihr das Schablonenmotiv mit einem Kopierer ca. 30 % verkleinert und es dann ausschneidet.

 

 

Bewegungen

Um Bewegung darzustellen, drückt Ihr Euer Stempelmotiv auf Eure Karte und stempelt dann, ohne den Stempel neu einzufärben, 3 - 4 x das Motiv dahinter ab. Um der Bewegung noch mehr Realität zu geben, könnt Ihr das Motiv nocheinmal auf eine Extrakarte stempeln und es auf das Ende der Bewegung kleben.

 

 

Hintergrundtechniken

Eine oft gestellte Frage ist "wie soll ich einen Hintergrund stempeln"? Da gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die sich schon allein aus der Vielfalt der Hintergrundmotive wie z.B. Monde, Sonnen, Sterne, Wolken, Winde, Blitze u.s.w. ergeben. Der Profi jedoch wird sich damit nicht zufrieden geben und sucht nach Techniken, den Hintergrund so natürlich oder außergewöhnlich wie möglich zu gestalten. Denn ein Bild hört nicht beim Hintergrund auf !!! Bei vielen Stempelarbeiten geht die Wirkung auf den Betrachter verloren, weil beim Hintergrund "geschludert" wurde.

Ich will Euch ein paar Tricks verraten, mit denen selbst Anfänger Ihre Karten zu Kunstwerken machen:

 

 

Kreide

Für mich die eigentlich einfachste Methode, wenn man nicht allzuviel Geld investieren will. Hier ist jedoch nicht die herkömmliche Schulkreide gemeint, sondern Künstlerpastellkreiden, die sich wunderbar verwischen lassen. Kreide kann man auf verschiedene Arten verwenden:

  1. Malt einfach mit der Längsseite der Kreide vollflächig über Eure Karte und verwischt diese dann mit einem Tuch. Wenn Ihr die Kreide mit dem Finger verwischt, werden die Farben intensiver. Aber achtet drauf, daß Ihr keine Fettflecken hinterlaßt, diese sehen später nämlich sehr "unschön" auf der Karte aus.

  2. Um Wolken, Wellen, Marmor, Sand u.s.w. darzustellen, schneidet den Rand eines Papieres (ich nehme immer Notizzettel vom Block !) wellenförmig oder in Zick-zack-Linien ab. Bemalt dann
    den Rand des Papieres mit Kreide und wischt die Kreide vom Rand des Papieres in Kreisbewegung auf Eure Karte.
  3. Schneidet eine Form aus einem Papier, z.B. ein Herz, eine Muschel, einen Ballon etc. aus. Bemalt den Rand dieser Schablone mit Kreide, legt die Schablone auf Euer Papier und wischt die Kreide auf Eure
    Karte. In die Mitte könnt Ihr nun ein anderes Motiv stempeln.

 

 

Wasserfarben

Mit Wasserfarben könnt Ihr gesprenkelte Hintergründe erzielen. Nehmt mit einer Zahnbürste die Wasserfarbe auf und reibt sie über ein feines Sieb auf Eure Karte. Toll sehen mehrere Schichten in verschiedenen Farben aus. Achtet jedoch darauf, daß die Wasserfarbe nicht zu flüssig ist, sonst landen nur dicke Klekse auf Eurer Karte.

 

 

Schwammtechnik

Hier könnt Ihr jeden Schwamm nehmen, den Ihr im Haushalt finden und entbehren könnt. Am besten schneidet Ihr den Schwamm in mehrere kleine Stücke, damit sie handlicher werden. Tupft den Schwamm nun mehrmals leicht in Euer Stempelkissen und tupft ihn dann leicht über Eure Karte. Teile, die nicht eingefärbt werden sollen, solltet Ihr vorher mit der Maskiertechnik abdecken !!! Je nach Schwammart erhaltet Ihr verschiedene Strukturen. Auch hierfür könnt Ihr Euch vorher Schablonen schneiden, um z.B. Wolken oder Wellen zu tupfen!

 

 

Aquarell- und Wasservermalbare Stifte

Mit diesen Stiften könnt Ihr den gesamten Hintergrund erst anmalen und dann mit einem nassen Pinsel verwischen. Ohne spezielles Aquarellpapier kann sich Euer Werk jedoch stark wellen und das sieht nicht schön aus. Seid also sparsam mit dem Wasser!

Allerdings kann man die Aquarelltechnik sehr schön zum Ausmalen von größeren Motiven benutzen, die man mit Embossing-Powder hervorgehoben hat. Durch die reliefartigen Motivlinien verläuft die Farbe nicht mehr ineinander und das ausgemalte Motiv erhält so einen sehr künstlerischen Ausdruck.

Natürlich gibt es noch viel mehr Möglichkeiten, einen Hintergrund zu gestalten, allerdings sind die meisten von Ihnen sehr aufwendig und teilweise auch recht teuer, wie z.B. das Airbrushen mit der Spritzpistole oder den Letra-Jet-Stiften.

Ihr findet sicher nach einiger Zeit Eure ganz eigene Methode, mit der Ihr zufrieden seid und mit der Eure Karten eine ganz individuelle Note bekommen.

 

 

Grundausstattung - für den Stempelneuling

Es gibt unendlich viel Zubehör für das Stempelhobby. Die wichtigsten Utensilien will ich Euch hier kurz vorstellen:

DER STEMPEL
Unsere Motivstempel bestehen aus dem Stempelgummi, das auf ein federndes Schaumstoffpolster geklebt ist. Das Stempelgummi ist nah am Motivumriß von Hand ausgeschnitten, damit die Ränder beim Stempeln nicht mitabgedruckt werden. Das Gummi ist auf ein Holzkötzchen montiert, auf dem auf der Oberseite ein Bild des Motivs zu sehen ist.

DAS STEMPELKISSEN
Unter den Stempelkissen werdet Ihr eine Riesenauswahl an Farben, Formen, Größen und Arten finden. Damit Ihr Euch durch den "Kissenwald" durchfindet, hier ein paar kurze Erläuterungen zu den beiden wichtigsten Arten:

TUSCHE-STEMPELKISSEN
Dies ist das wohl am meisten benutzte Stempelkissen, das in keiner Sammlung fehlen sollte. Es gibt dieses in vielen verschiedenen Farben. Tusche-Stempelkissen gibt es auch als "Regenbogenkissen", d.h. daß mehrere Farben in einem Kissen neben- oder übereinander angeordnet sind, so daß der Stempelabdruck mehrfarbig ist. Hierbei ist zu beachten, daß bunte Stempelkissen zwar wunderschön sind, ein schwarzes jedoch unerläßlich ist, wenn man die gestempelten Motive später ausmalen will. Abdrücke mit Tusche-Stempelkissen kann man sehr gut mit Filz- oder Buntstiften kolorieren.

PIGMENTSTEMPELKISSEN
Diese Stempelkissen geben einen sehr farbintensiven und satten Abdruck. Sie trocknen daher wesentlich langsamer als die Tusche-Stempelkissen. Deshalb eignen sie sich hervor-
ragend für die Embossing-Technik . Es gibt Pigmentstempelkissen in allen nur erdenklichen Farben und Farbkombinationen, teilweise kann man die Farben sogar untereinander austauschen. Die Kissen sind etwas erhöht, damit man z.B. das Stempelkissen auf das Stempelgummi tupfen kann, um verschiedene Farben aufzubringen oder auch größere Stempel problemlos einfärben kann. Abdrücke mit Pigmentstempelkissen kann man mit Buntstiften kolorieren - Filzstifte eignen sich nicht sehr gut. Wer lieber mit Filzstiften oder Aquarellstiften ausmalt, der muß die bunten Abdrücke mit einem transparenten Einbrennpulver fixieren (siehe Einbrennpulvertechnik). Einen besonders schönen Effekt kann man erzielen, wenn man die bunten Pigmentstempelfarben mit einem nassen Pinsel aufnimmt und damit die Motive ausmalt. Spezielles Aquarellpapier ist hierfür günstig!

EMBOSSING-POWDER
auch Einbrennpulver genannt, ermöglicht Euch, Euer gestempeltes Motiv wie einen Reliefdruck aussehen zu lassen. Das Pulver wird auf den noch feuchten Stempelabdruck gestreut. Hierzu eignet sich am besten das Pigmentstempelkissen. Das überschüssige Pulver durch leichtes Klopfen auf die Rückseite des Blattes abschütteln. Nun wird das Papier mit dem Stempelabdruck nach oben über eine Wärmequelle gehalten - z.B. über eine Herdplatte, eine Glühbirne oder am besten über einen Toaster ! Nach kurzer Zeit verflüssigt sich das Pulver auf dem Stempelabdruck und es ergibt sich ein erhöhtes Relief. Stempelabdrücke, die mit Emb.-Powder behandelt wurden, kann man am besten mit Filzstiften ausmalen. Buntstifte können unter Umständen das Relief wegkratzen. Das Embossen ist ein wichtiger Bestandteil des Stempelns, mit dem man viele schöne Effekte erzielen kann.

PAPIER
Stempeln kann man auf fast jedem Papier, auf glattem & rauhem, auf weißem & buntem, dickem & dünnem. Probiert einfach alles, was Ihr so findet, mal aus. Probleme kann es nur bei kunststoffbeschichtetem Papier geben, bei dem die Stempelfarbe regelrecht "abperlen" kann! Also, bevor Ihr einen Großeinkauf startet, testet Ersteinmal einen Bogen! Interessante Effekte könnt Ihr auch mit Seiden-, Bütten -, Leinen- und handgeschröpftem Papier erzielen, auf dem die Embossing-Technik besonders edel wirkt. Das günstigste und dabei qualitativ sehr gute Papiere sind Blanko-Karteikarten, die Ihr in allen Größen und verschiedenen Farben bekommt. Leider fehlen die schönen Farben, wie lila, türkis u.s.w.

GLITTER
Beim losen Glitter werden zunächst mit einer speziellen Klebeflasche die Punkte oder Linien aufgetragen, auf die der Glitter soll. Dann wird einfach der lose Glitter drübergestreut und der überschüssige wieder abgeklopft. Loser Glitter glitzert sehr stark, da die Glitterpartikelchen dichter geklebt werden, als bei flüssigen Glitzerklebern. Wie bei so vielem im Leben gilt hier: "Weniger ist oft mehr !!! " J

PFLEGE DER STEMPEL
Die Stempel sollten nach Benutzung immer gereinigt werden. Besonders wichtig ist die Reinigung bevor man zu einer anderen Farbe wechselt. Dazu nimmt man am besten einen Lappen oder ein altes Küchenhandtuch - ein bißchen Wasser drauf geben und den Stempel mehrmals auftupfen oder vorsichtig abreiben. Wenn die Stempel sehr verschmutzt sind, kann man sie auch mit einer alten Zahnbürste reinigen - aber bitte nicht den ganzen Stempel ins Wasser tauchen oder aggressive Reinigungsmittel verwenden !!! Zur Aufbewahrung der Stempel eignen sich flache Kartons oder Schubladenkästen, in denen die Stempel nebeneinander gelagert werden können. Die Stempel sollten vor Staub geschützt sein - auch direkte Sonneneinstrahlung ist ein Feind der Stempel! Die Stempelkissen solltet Ihr möglichst waagerecht lagern und ebenfalls vor Sonne schützen. Droht ein Stempelkissen einmal auszutrocknen, könnt Ihr sie mit etwas Nachfüllfarbe wieder auffrischen. Ist ein Stempelkissen mal mit einer anderen Farbe verschmutzt, nehmt ein Tuch und reibt es leicht über das Kissen.

Wenn Ihr Euch diese einfachen Regeln zu Herzen nehmt, halten Eure Stempel ein Leben lang !!!